SQCDP im Lean Management: Bedeutung, Kennzahlen und Praxisbeispiele

17 April 2026

SQCDP

Die SQCDP-Methode und das dazugehörige SQCDP-Board sind ein weit verbreitetes visuelles Management-Werkzeug in der Industrie. Die Methode dient dazu, Probleme zu erkennen, die während eines Produktionsprozesses auftreten können.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie SQCDP in der Produktion und Industrie angewendet werden kann, woraus ein SQCDP-Board besteht, welche fünf Dimensionen hinter der Abkürzung stehen und warum es sinnvoll ist, dieses visuelle Management-Werkzeug zu digitalisieren.

Der Artikel in einer Minute: 

  • SQCDP ist ein Akronym im Lean Management: Die Abkürzung SQCDP steht für Safety, Quality, Cost, Delivery und People.
  • Mit SQCDP werden KPIs sichtbar: SQCDP ist eine Methode aus dem Lean Management, mit der Produktionsbereiche ihre wichtigsten Kennzahlen täglich sichtbar machen.
  • SQCDP-Boards sind das wichtigste Tool für die SQCDP-Methode: Die Boards zeigen Kennzahlen auf einen Blick und unterstützen tägliche Shopfloor-Meetings, schnelle Entscheidungen und Problemlösungen direkt am Produktionsort.
  • Abweichungen werden sofort erkannt und Maßnahmen eingeleitet: Die Methode fördert Transparenz, Team-Motivation und Verantwortungsbewusstsein, da Abweichungen sofort erkannt und Maßnahmen eingeleitet werden können.
  • SQCDP wird in der Industrie 4.0 digital umgesetzt: Digitale Tools bieten Vorteile wie Echtzeitdaten, historische Auswertungen, interaktive Visualisierung und bessere Zusammenarbeit zwischen Teams.

Definition: Was bedeutet SQCDP?

SQCDP ist eine Lean-Management-Methode, die Unternehmen hilft, ihre Produktion einfach, transparent und effizient zu steuern. 

Der Begriff SQCDP ist ein Akronym und steht für fünf Kernbereiche: 

  • Safety (Sicherheit)
  • Quality (Qualität)
  • Cost (Kosten)
  • Delivery (Lieferung)
  • People (Mitarbeiter)

Die Methode wird oft auf einem SQCDP-Board direkt in der Produktionshalle umgesetzt. Dort werden alle wichtigen Kennzahlen sichtbar und nachvollziehbar dargestellt. Teams können so sofort erkennen, wo es Probleme gibt und direkt Maßnahmen ergreifen.

SQCDP ist besonders effektiv für das Shopfloor-Management in der Industrie und unterstützt die Prinzipien des Lean Managements, wie kontinuierliche Verbesserung, Verschwendungsreduktion und transparente Kommunikation.

Kurz gesagt: Mit SQCDP können Unternehmen KPI-Management direkt am Produktionsort durchführen. Die Methode zeigt auf einen Blick, wie sicher, qualitativ hochwertig, kosteneffizient, termingerecht und teamorientiert die Produktion läuft. So werden Entscheidungen schneller und fundierter getroffen.

SQCDP: Die Abkürzung im Detail verstehen

Jeder Buchstabe steht für einen Bereich, der auf dem SQCDP-Board sichtbar gemacht wird. So wissen Teams sofort, worauf sie achten müssen und können gezielt Verbesserungen umsetzen.

BedeutungKennzahlen (KPIs)Beschreibung / Beispiel
SSafety (Sicherheit)Unfälle, Beinahe-Unfälle, gemeldete RisikenEin sicheres, unfallfreies Arbeitsumfeld schaffen.
Beispiel: Anzahl der Arbeitsschutzvorfälle pro Monat.
QQuality (Qualität)Fehlerquote, Ausschussrate, Reklamationen von Kunden,NacharbeitsaufwandSicherstellen, dass Produkte den Anforderungen entsprechen.Beispiel: Anteil fehlerhafter Teile in der Produktion.
CCost (Kosten)Materialverluste, Stillstandzeiten, OEEBetriebskosten und Verschwendung überwachen und senken.Beispiel: Ausschusskosten oder Materialverbrauch pro Einheit
DDelivery (Lieferung)Termintreue, Rückstände, Durchlaufzeiten, Kundenanforderungen und Liefertermine zuverlässig einhalten.Beispiel: Anteil pünktlich ausgelieferter Aufträge.
PPeople (Mitarbeitende)Mitarbeiteranwesenheit, Fehlzeiten, Schulungsteilnahmen, Stimmungstrends, Zufriedenheit im TeamMitarbeiter einbinden, befähigen und unterstützen.Beispiel: Schulungsteilnahmen oder Team-Feedback.

Einfache Erklärung:

  • Safety sorgt dafür, dass Arbeitsunfälle reduziert werden.
  • Quality hilft, Produktmängel früh zu erkennen.
  • Cost zeigt, wo Geld eingespart oder effizienter eingesetzt werden kann.
  • Delivery sichert, dass Kunden termingerecht beliefert werden.
  • People fokussiert auf Motivation, Qualifikation und Teamarbeit.

Warum ist die SQCDP-Methode im Lean Management wichtig?

Die SQCDP-Methode macht Kennzahlen (KPIs) sichtbar, fördert schnelle Entscheidungen und unterstützt die tägliche Steuerung im Shopfloor. Im Folgenden finden Sie eine genaue Auflistung der Vorteile der SQCDP-Methode.

1. Transparenz in der Produktion

  • Alle relevanten Kennzahlen werden auf dem SQCDP-Board sichtbar gemacht.
  • Teams erkennen sofort, welche Bereiche gut laufen und wo Probleme bestehen.
  • Frühzeitiges Erkennen von Fehlern und Engpässen verhindert größere Produktionsausfälle.
  • Fördert eine gemeinsame Basis für Diskussionen und Verbesserungen.

2. Schnelle Entscheidungen

  • Abweichungen von Zielwerten werden sofort sichtbar.
  • Teams können direkt Maßnahmen einleiten, z. B. Prozessanpassungen oder Schulungen.
  • Reduziert Stillstandzeiten und erhöht die Effizienz.
  • Entscheidungen basieren auf aktuellen, verlässlichen Daten.

3. Tägliche Steuerung im Shopfloor

  • SQCDP-Boards werden täglich in Shopfloor Meetings überprüft und deshalb auch Shopfloor-Boards genannt.
  • Priorisierung von Aufgaben und Verfolgung von Maßnahmen wird vereinfacht.
  • Unterstützt kontinuierliche Prozessverbesserungen im Sinne des Lean Managements.
  • Fördert die Verantwortung der Teams für die eigenen Kennzahlen.

4. Verbindung zu KPI Management

  • Jede SQCDP-Kennzahl kann als KPI betrachtet werden.
  • Kennzahlen werden lebendig: nicht nur Zahlen in Excel, sondern direkt sichtbar auf dem Shopfloor.
  • Hilft, Ziele klar zu verfolgen und Abweichungen schnell zu erkennen.
  • Unterstützt das kontinuierliche Monitoring und datenbasierte Entscheidungen.

Fazit: SQCDP kombiniert Transparenz, schnelle Entscheidungen und tägliche Steuerung, wodurch Teams ihre Produktion effizienter, sicherer und planbarer gestalten können.

Wozu dient ein SQCDP-Board?

Ein SQCDP-Board (auch Shopfloor-Board bezeichnet) ist ein visuelles Management-Tool für den Shopfloor und das wichtigste Werkzeug der SQCDP-Methode. Das Board macht die tägliche Steuerung auf dem Shopfloor einfach und verständlich.

Vorteile eines SQCDP-Boards = Visuelles Management

  • Zeigt alle wichtigen Kennzahlen auf einen Blick.
  • Nutzt Farben, Symbole oder Ampelsysteme, um Status schnell erkennbar zu machen.
  • Fördert die gemeinsame Verständigung im Team.
  • Unterstützt schnelle Entscheidungen durch klar sichtbare Abweichungen.

Typische Struktur eines SQCDP-Boards

  • Fünf Bereiche nach SQCDP: Safety, Quality, Cost, Delivery, People.
  • Jede Kategorie hat Kennzahlen, Zielwerte, Ist-Werte und Maßnahmen.
  • Bereich für kurze Notizen oder Updates aus dem Team.
  • Oft täglich aktualisiert, um aktuelle Produktionsdaten abzubilden.

Tägliche Shopfloor Meetings sind essentiell

  • Teams treffen sich täglich am Board (z. B. morgens).
  • Besprechung der Abweichungen und Maßnahmen.
  • Priorisierung von Aufgaben für den Tag.
  • Förderung von Verantwortung und Transparenz im Team.

Digitale vs. analoge Boards

  • Analoge Boards:
    • Magnettafeln, Whiteboards oder Pinnwände.
    • Einfach und schnell anpassbar.
    • Gut für kleine bis mittlere Teams.
  • Digitale Boards:
    • Softwarelösungen oder Tablets.
    • Echtzeit-Updates und historische Daten verfügbar.
    • Ideal für große Produktionsbereiche oder verteilte Standorte.

Gut zu wissen: Eine All-in-One Lösung wie fabriq bietet Ihnen ein digitales Dashboard für SQCDP, Echtzeitdaten, strukturierte Maßnahmenverfolgung und Transparenz über Teams und Standorte hinweg. 

Beispiel: Inhalt eines SQCDP-Boards

Ein SQCDP-Board ist nur dann nützlich, wenn die Inhalte klar strukturiert sind. Wir zeigen Ihnen eine eine beispielhafte SQCDP-Tafel:

KPISoll-WertIst-WertAbgeleitete Maßnahme
Safety – Arbeitsunfälle0 Unfälle/Monat1 UnfallSicherheitsunterweisung für das Team + Prüfung der Schutzmaßnahmen an Maschinen
Quality – Fehlerquote≤ 2 %4 %Qualitätskontrolle verstärken + Mitarbeiter-Schulung zur Fehlervermeidung
Cost – Materialverbrauch500 kg/Woche550 kg/WocheMaterialfluss überprüfen + Verschwendung reduzieren
Delivery – Termintreue95 % pünktlich90 % pünktlichEngpass im Produktionsprozess analysieren + Produktionsplanung anpassen
People – z.B. Schulungsteilnahme100 %80 %Schulung nachholen + neue Schulungstermine einplanen

  1. Zielwerte:
  • Für jede Kennzahl wird ein klar definierter Sollwert festgelegt.
  • Vergleich von Ist vs. Soll, macht Abweichungen sichtbar.
  • Zu beachten: Die Ziele sollten realistisch und messbar sein.

  1. Abweichungen:
  • Markierung von Abweichungen in Ampelfarben (grün, gelb, rot).
  • Kennzeichnung von Problemen, die sofortige Maßnahmen erfordern.
  • Dokumentation von Trends über mehrere Tage oder Wochen.

  1. Maßnahmen:
  • Konkrete Schritte zur Behebung von Abweichungen.
  • Verantwortliche Personen und Termine für die Umsetzung notieren.
  • Kurze Notizen zu abgeschlossenen Maßnahmen für die Nachverfolgung.

Warum SQCDP zukünftig digital umsetzen?

Mit digitalen Tools wird die Umsetzung der SQCDP-Methode erleichtert. Die Vorteile sind wie in allen Bereichen der Industrie 4.0 spürbar: 

  • Echtzeit-Datenerfassung und -analyse: Anomalien können früh erkannt und sofort korrigiert werden.
  • Visueller und interaktiver Prozess: Alle Beteiligten verstehen die Informationen leichter und können aktiv mitwirken.
  • Bessere Kommunikation: Ermöglicht eine effektivere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren.
  • Datenhistorie: Fortschritte werden sichtbar, und Informationen können dokumentiert werden.

Die Digitalisierung des SQCDP-Boards ist eine clevere Entscheidung für Unternehmen in allen Industriebranchen, die ihre Produktion optimieren und ihre Effizienz steigern möchten. 

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Verfasst von:

Priscilla Brégeon-Minos – Content Manager @fabriq

FAQ zu SQCDP  

1. Wie wendet man die SQCDP-Methode in der Produktion an?

Die Methode wird direkt am Shopfloor umgesetzt, meist auf einem SQCDP-Board. In täglichen Short Interval Management (SIM)-Meetings prüfen Teams die Kennzahlen, erkennen Abweichungen und leiten Maßnahmen ab. So werden Probleme frühzeitig behoben und Prozesse kontinuierlich verbessert.

2. Für welche Branchen eignet sich SQCDP?

SQCDP eignet sich für alle Branchen, in denen Kennzahlen wie Sicherheit, Qualität, Kosten, Lieferung und Mitarbeiterleistung überwacht werden müssen. Besonders in Industrie, Automotive, Lebensmittelproduktion, Lagerhäusern und Logistikzentren ist die Methode weit verbreitet – wird aber auch zunehmend im Dienstleistungsbereich eingesetzt.

3. Was ist der Unterschied zwischen SQCDP und klassischen KPI-Dashboards?

Während klassische KPI-Dashboards oft detaillierte Reports liefern, ist SQCDP ein praktisches, visuelles Tool direkt auf dem Shopfloor. Es macht Kennzahlen täglich sichtbar, fördert schnelle Entscheidungen und unterstützt Teams direkt bei der Prozessverbesserung.

4. Wie setzt man Soll-Werte für SQCDP-Kennzahlen?

Soll-Werte sollten realistisch, messbar und auf den Produktionsprozess abgestimmt sein. Sie dienen als Zielgröße für die tägliche Überwachung und helfen, Abweichungen schnell zu erkennen und zu korrigieren.

5. Wie oft sollte ein SQCDP-Board aktualisiert werden?

Am besten wird das Board täglich aktualisiert, idealerweise während der SIM-Meetings. So sehen Teams sofort, ob Soll-Werte erreicht werden, und können zeitnah Maßnahmen einleiten.

6. Welche Best Practices gibt es für die Einführung von SQCDP?

    • Board übersichtlich gestalten und farbliche Kennzeichnungen nutzen

    • Team in die Definition der Kennzahlen einbeziehen

    • Tägliche Meetings einplanen und Maßnahmen dokumentieren

    • Regelmäßig Soll-Werte überprüfen und anpassen

    • Schulungen anbieten, damit alle Mitarbeiter die Methode verstehen

7. Wie lässt sich SQCDP in bestehende Lean-Management-Strukturen integrieren?

SQCDP ergänzt Lean Management perfekt, indem es Transparenz und Steuerung auf dem Shopfloor ermöglicht. Es kann in bestehende KVP-Prozesse, 5S-Strukturen oder Produktions-Meetings integriert werden und unterstützt die kontinuierliche Verbesserung.